1.4.7 Häufig gestellte Fragen - FAQ
Was ist der ADVOKAT Server? Wofür wird dieser benötigt? Wie funktioniert dieser?
Der "ADVOKAT Server" ist Teil der ADVOKAT Client-Server-Lösung, welche seit 2024 an alle ADVOKAT Kunden etappenweise ausgeliefert wird. Das Client-Server-Prinzip ist eine Anwendungsarchitektur, die Aufgaben zwischen Nutzenden (Arbeitsplätze = Clients) und Anbietern (Server) aufteilt.
Der Client fordert beim Server einen Dienst oder eine Ressource an, zum Beispiel: Lese die Inhalte eines Akts, Liefere mir die Daten aller Termine laut einem bestimmten Filter, etc. Der Server bereitet diese Daten auf und stellt sie dem Client über ein definiertes Interface zur Verfügung. Der Client verarbeitet diese Daten und zeigt sie am Bildschirm beispielsweise in einer Liste an. Geänderte Daten werden zum Server zurück übertragen und von diesem geprüft und gespeichert. Am Server liegt die "Business logic", der Arbeitsplatz (Client) enthält nur mehr wenig Logik und ist vor allem für die Präsentation und Bearbeitung ausgerichtet.
Der ADVOKAT Server ist ein zentraler Teil des zukünftigen ADVOKAT Programms. Die gesamte Architektur von ADVOKAT wird langfristig den "ADVOKAT Server" verwenden. Neue Programmteile von ADVOKAT werden prinzipiell als Client-Server-Anwendung erstellt. Die Vorteile sind:
Aufteilung der Funktionen in mehrere Schichten: Datenbankschicht, Business logic, Präsentationsschicht
Zentrale Wartung der Business logic
Bessere Kapselung der Funktionen insbesondere der Datenbankzugriffe
Zentrale Verwaltung von Sicherheitsfunktionen
Clients können leichter für unterschiedliche Plattformen (Betriebssysteme) entwickelt werden, weil sie tendenziell nur mehr die Präsentationsschicht enthalten
Wie erkannt man ob der ADVOKAT Server schon verwendet wird?
Starten Sie ADVOKAT auf einem beliebigen Arbeitsplatz und klicken auf Menüpunkt “?” > “Info”. Im Infofenster prüfen Sie im Bereich “Weitere Informationen” ob es einen Eintrag “ADVOKAT Server” gibt.
Werden dort Informationen wie die Buildnummer (Beispiel: 6.34.00.14) und eine URL (Beispiel: https://SERVER:44138/health) angezeigt, dann ist der ADVOKAT Server in Verwendung.
Welche Betriebsmodi (Betriebsarten) des ADVOKAT Server gibt es?
Der ADVOKAT Server steht in den Betriebsmodi “Lokalmodus”, “AdvoAll-Modus” und “IIS-Modus” zur Verfügung.
Lokalmodus: Bei diesem Modus wird der ADOKAT Server dezentral auf jedem Gerät (Arbeitsplatz/Terminalserver) ausgeführt.
Dieser Modus wird automatisch installiert und verwendet, wenn weder ADVOKAT AdvoAll noch Microsoft IIS zur Verfügung stehen.
Ein Wechsel vom “Lokalmodus” zum “AdvoAll-Modus” wird empfohlen um den Ressourcenverbrauch auf den Arbeitsplätzen und Terminalservern zu minimieren.
AdvoAll-Modus: Bei diesem Modus wird der ADVOKAT Server zentral am AdvoAll-Gerät ausgeführt. Es handelt sich um die empfohlene Betriebsart.
Dieser Modus wird automatisch installiert und verwendet, wenn ADVOKAT AdvoAll erkannt wird. Alternativ ist auch eine manuelle Installation möglich.
IIS-Modus: Bei diesem Modus wird der ADVOKAT Server zentral am Gerät wo Microsoft IIS installiert ist ausgeführt.
Dieser Modus kann nicht automatisch installiert werden. Es ist eine manuelle Installation erforderlich.
Wie erkannt man in welchem Betriebmodus der ADVOKAT Server aktuell verwendet wird?
Starten Sie ADVOKAT auf einem beliebigen Arbeitsplatz und klicken auf Menüpunkt “?” > “Info”. Im Infofenster prüfen Sie im Bereich “Weitere Informationen” den Eintrag “ADVOKAT Server”.
In der ersten Zeile zum ADVOKAT Server sehen Sie eine URL mit folgenden Aufbau: http://Name:Port/health oder https://name:Port/Health
Enthält die URL den Begriff “localhost” (Beispiel: https://localhost:55000/health) dann handelt es sich um den Lokalmodus.
Enthält die URL nicht den Begriff “localhost” (Beispiel: https://SERVER:44318/health) dann handelt es sich um den AdvoAll- oder IIS-Modus.
AdvoAll-Modus: Im selben Fenster ist unterhalb von “ADVOKAT Server” ein Eintrag “AdvoAll-Anwendungen” vorhanden, dort wird “AdokatServer” aufgelistet.
IIS-Modus: Im selben Fenster ist unterhalb von “ADVOKAT Server” kein Eintrag “AdvoAll-Anwendungen” vorhanden.
Auf welchem Gerät (Arbeitsplatz/Server) soll der ADVOKAT Server installiert werden?
Bei ADVOKAT Server per AdvoAll wechseln Sie zum Kapitel Wahl des Geräts zum Betrieb (AdvoAll).
Wichtig: Vermeiden Sie den Betrieb am Domaincontroller und Terminalserver, auch dazu finden Sie mehr Informationen im erwähnten Kapitel.
Bei ADVOKAT Server per Microsoft IIS wechseln Sie zum Kapitel Wahl des Geräts zum Betrieb (Microsoft IIS).
Was bedeutet die Checkbox “Die .NET Runtimes sollen automatisch aktualisiert werden (empfohlen)”?
Standardmäßig werden Microsoft .NET Desktop Runtime und Microsoft ASP.NET Core Runtime nicht per Windows Updates aktualisiert.
Bei Aktivierung trägt ADVOKAT einen Registry-Eintrag im Betriebssystem ein, sodass diese Microsoft Komponenten beim Windows Update berücksichtigt werden.
Da diese Microsoft Komponenten sicherheitsrelevant sind wird die automatische Aktualisierung dringend empfohlen.
Mehr Informationen zum Registry-Eintrag finden Sie in diesem Microsoft Artikel: https://devblogs.microsoft.com/dotnet/server-operating-systems-auto-updates/
Möchte man die Aktivierung nachträglich vornehmen, dann befolgt man die Anleitung im Kapitel Häufig gestellte Fragen - FAQ (Microsoft Komponenten) im letzten Absatz.
Woran erkennt man wer der Aussteller (Verantwortliche) für ein SSL-Zertifikat ist?
Ein von ADVOKAT automatisch erstelltes bzw. im Zuge der Installation manuell erstelltes SSL-Zertifikat (also selbst signiert) erkennen Sie an folgenden Merkmalen:
Der Anzeigename (FriendlyName) lautet “Advokat.Server” (oder ähnlich).
Der Aussteller (Feld “Ausgestellt von”) entspricht dem Wert “localhost” oder dem Computernamen oder dem Firmenwortlaut des Systembetreuers und nicht dem eines externen Dienstleisters (Beispiel: “Let’s encrypt”).
Optional: Die Organisation (O) entspricht “ADVOKAT GmbH” oder “ADVOKAT Unternehmensberatung Greiter & Greiter GmbH” oder Ihrem Firmenwortlaut oder dem Firmenwortlaut des Systembetreuers.
Weiters entspricht die Organisationseinheit (OU) dem Wert “Support” oder “Professional Services” oder “IT Abteilung” (oder ähnlich).
Ein existierendes SSL-Zertifikat erkennen Sie an folgenden Merkmalen:
Der Anzeigename (FriendlyName) lautet nicht “Advokat.Server” (oder ähnlich).
Der Aussteller (Feld “Ausgestellt von”) entspricht einem externen Dienstleisters (Beispiel: “Let’s encrypt”).
Optional: Die Organisation (O) und die Organisationseinheit (OU) entsprechen einem externen Dienstleisters (Beispiel: “Let’s encrypt”).
Der ADVOKAT Server wurde automatisch installiert, warum wurde das SSL-Zertifikat nicht unter "Zertifikate (Lokaler Computer)/Eigene Zertifikate/Zertifikate" (Cert:\LocalMachine\My) installiert?
Standardmäßig wird bei automatischen Installation des ADVOKAT Server versucht das SSL-Zertifikat unter "Zertifikate (Lokaler Computer)/Eigene Zertifikate/Zertifikate" (Cert:\LocalMachine\My) zu installieren.
Ist das aufgrund fehlender lokaler administrativer Rechte nicht möglich, dann wird ab ADVOKAT Version 6.35c als Alternative "Zertifikate (Aktueller Benutzer)/Eigene Zertifikate/Zertifikate" (Cert:\CurrentUser\My) verwendet.
Bei Verwendung des ADVOKAT Server per Lokalmodus ist das unproblematisch. Das lokale Benutzerkonto bzw. der Domänenbenutzer hat absichtlich keine lokalen administrativen Rechte.
Bei Verwendung des ADVOKAT Server per AdvoAll ist das problematisch, das AdvoAll-Benutzerkonto erfordert lokale administrativen Rechte gemäß Kapitel Voraussetzungen, Absatz “Software”.
Eine Korrektur (Verschiebung) des SSL-Zertifikates wird empfohlen, bei Einzelplätzen siehe Kapitel HTTPS mit selbstsignierten SSL-Zertifikat und bei Server-/Clientsystemen siehe Kapitel HTTPS mit selbstsignierten SSL-Zertifikat.